401 Jahre Karneval in Blankenheim

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Karnevalsbrauchtum in Blankenheim

Karneval in Blankenheim

Nachweislich wurde in Blankenheim bereits vor 396 Jahren Karneval mit Schellebäumche, Jecke Böhnchen, und als Höhepunkt, dem Geisterzug gefeiert.

Jedes Jahr werden alte Traditionen während der tollen Tage lebendig und das Ahrstädtchen rüstet sich zum bunten Treiben.

Höhepunkt ist am Karnevalssamstag der traditionelle Geisterzug. Unter den Klängen des rhythmisch und melodisch klingenden Blankenheimer Juh-Jah's zieht der Geisterzug durch die Straßen und Gassen der Altstadt. Bei dieser Veranstaltung rund um die Ahrquelle erreicht das närrische Treiben seinen Höhepunkt.

Nach alten Traditionen sind die Geister in Bettlaken gehüllt, deren Zipfel an der Stirn zu zwei Ohren geknotet sind. Ausgerüstet mit lodernden Pechfackeln springen die Geister durch die illuminierten Straßen und Gassen. Die mittelalterlichen Stadttore die während der Veranstaltung in bengalische Beleuchtung getaucht sind, verleihen  dem Szenarium geisterhafte Züge.

Geister aus nah und fern sind zum Geistertreiben herzlich eingeladen. Während des Geisterzuges bietet sich nicht nur die Möglichkeit des Zuschauens, sondern wer selbst als Geist durch die mittelalterlichen Gassen springen möchte, der hat an diesem Tag ausreichend Gelegenheit dazu (natürlich nur im Original Kostüm mit Bettlaken).

Benötigt wird lediglich als Kostüm ein weißes Bettlaken und eine Pechfackel. Die Pechfackel kann vor der Veranstaltung erworben werden.

Nach dem Geisterzug garantiert der Geisterball in der Weiherhalle Frohsinn und Vergnügen bis tief in die Nacht hinein.

DER GEISTERZUG, DER OBERGEIST, DER TEUFEL UND DIE HEXEN

Das mit mittelalterlichen Baudenkmälern geschmückte Burgstädtchen Blankenheim an der Quelle der Ahr kann sich rühmen, jahrhundertealtes Kamevalsbrauchtum in guter Tradition und Lebendigkeit zu bewahren. Es ist hier herkömmliches Brauchtum zur Fasenaach, daß alljährlich am Samstagabend mit großer Beteiligung und unter den Klängen des rhythmisch und melodisch lockenden, eigenartigen Juh-Jah-Marsches der Geisterzug losspringt, um als wirbelnder Tanz der Frühlingsgeister die finsteren, griesgrämigen Winterdämonen zu vertreiben. An der Spitze des Zuges springen die beiden Jecke-Böhnchen in ihrem immer wieder begeisternden Tanzschritt. Es folgt der für die tollen Tage gewählte Karnevalsprinz als: Obergeist mit Flügeln, hoch zu Roß.

Erst am nächsten Vormittag, dem Karnevalssonntag, wird er im Karnevalsornat feierlich zum Prinzen Karneval proklamiert und erhält neben dem Narrenzepter vom Bürgermeister den Stadtschlüssel überreicht. Genau wie die Geister im Zuggefolge ist der Obergeist in weiße Bettlaken gehüllt, deren Zipfel im Überschlag des Lakens auf dem Kopf mit Papier zu zwei Ohren gebunden sind. Um den Hals und den Bauch ist das Geisterkostüm verschnürt, so daß es beim Springen nach rechts und links während des Geistertanzes festsitzt. Die Geister tanzen mit brennenden Pechfackeln durch die dunklen Gassen und Straßen des Burgtales. Durch bengalische Beleuchtung sind Burgmassiv und Stadttore in farbige Brände getaucht. Das Ganze bietet ein gespenstisches Bild. Das schrille Kreischen und Johlen der Geisterschar, die zum Klange des Juh-Jah-Marsches reihenweise versetzt springt, fährt allen Zuschauern dieses einmaligen Spektakels durch Mark und Bein. Um Griesgram und Muckertum, aber auch die letzten bösen Geister und Dämonen aus den finsteren Ecken herauszufegen und zu vertreiben, springen Hexen mit ihren Besen und ein Teufel mit seinem Dreizack überall im Geisterzug umher. Es gilt der bösen Geister Herr zu werden: dazu dienen die weißen Geisterkostüme und das fürchterliche Aussehen der Hexen und des Teufels.
Geisterzug Blankenheim - WDR Livemitschnitt

DIE JECKE-BÖHNCHEN

Die Jecke Böhnchen sind im Blankenheimer Karneval nicht nur eine Traditions-, sondern auch eine Leitfigur. Es ist ihre Aufgabe, als "Vorspringer" den Karnevalszügen vorauszuspringen. Sie tun das in einem kurzen Tanz-Wechselschritt nach dem sogenannten Jecke-Böhnchen-Marsch:

"Juh-Jah Kribbel in d`r Botz! Wer dat net hät, dä es nix notz!"

Dabei streben sie zuerst auseinander, tanzen wieder aufeinander zu, kreuzen beim Begegnen ihre Säbel und springen tanzend wieder voneinander fort. Blankenheim, so berichtet die Überlieferung, hat immer zwei Jecke Böhnchen gehabt. Sie sind nicht als Spaßmacher aufgetreten, wie z. B. das •Gecken Bernchen" u.ä. seit dem Ausgang des Mittelalters. Sie waren von jeher Zugordner. Die Blankenheimer Jecke Böhnchen sind auch kostümgeschichtlich interessant.

Sie überliefern uns in ihrer farbenfreudigen Aufmachung einen Abglanz der Männertracht aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, des Dreißigjährigen Krieges und damit der Gründungszeit der Jungen-Mannschafts-Companie von 1613.

ET Schelleböumche

Et Schelleböumche ist für die Blankenheimer Fastnacht charakteristisch. In der Woche vor Fastnachtssonntag zieh' es allabendlich durch die Straßen und Gassen des dunklen Burgfleckens, um die Blangemer zur Fastnacht wach- und aufzurufen. Früher benutzten die Blankenheimer einen ausgedienten Weihnachtsbaum oder starkes Astwerk dazu, den Schellenbaum herzurichten. Dazu wurde er mit Glocken und Schellen behangen. Heute hat sich das Schelleböumche etwas geändert und verbessert. Der Träger begleitet durch kräftiges Rucken im Takt die von der "Kapelle" gespielten Karnevalslieder. Vor allem ist dies der Juh-Jah-Marsch. Zur "Kapelle" gehören mindestens ein Trommler und ein Flötist.

Sobald "Et Schelleböumche" geht und so mit klingendem Spiel die Fastnacht ankündigt, beginnt in den Häusern und Stuben der Fastnachtsjecken ein emsiges Vorbereiten auf die tollen Tage. Der letzte Schliff wird ans Kostüm gelegt, die letzte jecke, tolle Idee noch verwirklicht.

DIE EIERSAMMLER

Im Jahre 1613 gründete der Landesherr, Graf Arnold II. von Blankenheim, unter der Führung eines Hauptmannes die Junge-Mannschafts-Companie und überreichte eine Fahne mit dem Auftrag, die städtischen Feste höfisch zu gestalten. Diese Junge-Mannschafts-Companie ist mit dem heutigen Junggesellenverein nur in etwa zu vergleichen. Sie hatte sich auch für das Durchführen und Erhalten des schönen alten Fastnachtsbrauchtums einzusetzen. Zur Blankenheimer Fastnachtsüberlieferung gehört, daß zum Zweck des Durchführens und Gestaltens der "Mummereyen, Masqueraden und Tantzereyen und Vastavend" (Fastnacht) schon vor den Karnevalstagen bei den Bürgern Blankenheims gesammelt wurde.

Mit dem nachfolgenden Heische- oder Sammlerlied zogen und ziehen sie damals wie heute am Aschermittwoch durch das Burgstädtchen von Haus zu Haus und singen:

Die Fastnacht ist verschwunden, was uns so sehr betrübt. Sie hat uns überwunden, drum bleiben wir zurück.

Drum bitten wir um eine Steuer,

nur kein Wasser und kein Feuer,

E johlt Stöck Speck - e Ei och vier, e kle, kle Bier.

Danach gehen die Eiersammler weiter und singen:

Dem Spender dieser Gabe hier sei unser Dank gebracht. Er lebe glücklich für und für, bis an des Grabes Nacht.

DIE KAISERGARDE IN BLANKENHEIM

Seit mehr als drei Jahrzehnten schaltet sich die Freiwillige Feuerwehr immer mehr in das traditionsreiche Karnevalsgeschehen von Blankenheim ein. Beim Geislerzug sorgt sie für die bengalische Beleuchtung der Burg, der Tore und des Nepomuks an der Ahrquelle. Zu den Karnevalsumzügen hilf die Freiwillige Feuerwehr der Polizei beim Umlenken des Verkehrs. Sie versorgt die Zuschauer aus ihrer Gulaschkanone mit kräftigen und schmackhaften Suppen.

Nach Vorbild eines kaiserlichen Garderegimentes gründete man im Jahre 1962 in Blankenheim eine Kaisergarde. Die Gardeuniform wurde nach alten Bildern geschneidert.

Kaisergarde Blankenheim

So ist die Freiwillige Feuerwehr als Kaisergarde zur Verschönerung des Karnevals und zur Freude aller Jecken seit 1962 alljährlich im Einsatz.

Vor Jahren gründete sich innerhalb der Kaisergarde ein Fanfarenzug. Dieser erweiterte sich inzwischen zu einem Musikzug der Kaisergarde.

DAS KARNEVALSMUSEUM IM GEORGSTOR

Im weitem Umkreis einmalig, so wie die Blankenheimer Fastnacht überhaupt, stellt sich das Karnevalsmuseum im Georgstor dar. So vergehen zwar die schönen Stunden der Fastnacht alljährlich zu Aschermittwoch, aber die Dokumente des Fastnachtstreibens bleiben. Sie erfreuen Gäste und Bürger Blankenheims und rufen bei den Jungen und den Alten die Erinnerungen wach. Die Dokumente erstaunen in ihrer Vielfalt und durch ihren Charakter die in- und ausländischen Besucher das ganze Jahr, denn so ohne weiteres vermutet kein Fremder in Blankenheim eine so mannigfaltige, eigenständige, kräftige, man kann sogar sagen einmalige Fastnachtskultur.

Obergeist

 

 

 

 

Geist

 

 

 

 

Teufel

 

 

 

 

Jecke-Böhnchen

 

Et Schellebäümche

 

 

 

 

 

Der Eiersammler

 

 

weitere Informationen in der Chronik des Blankenheimer Karnevals

Infos und Anfragen:

karneval@blangem.de

 

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