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Bilder2007
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Karnevalsbrauchtum in Blankenheim

Nachweislich wurde in Blankenheim
bereits vor 396 Jahren Karneval mit Schellebäumche, Jecke Böhnchen, und als Höhepunkt,
dem Geisterzug gefeiert.
Jedes Jahr werden alte Traditionen während der tollen Tage lebendig und
das Ahrstädtchen rüstet sich zum bunten Treiben.
Höhepunkt ist am Karnevalssamstag der traditionelle Geisterzug. Unter den
Klängen des rhythmisch und melodisch klingenden Blankenheimer Juh-Jah's zieht der
Geisterzug durch die Straßen und Gassen der Altstadt. Bei dieser Veranstaltung rund um
die Ahrquelle erreicht das närrische Treiben seinen Höhepunkt.

Nach alten Traditionen sind die Geister in Bettlaken gehüllt, deren
Zipfel an der Stirn zu zwei Ohren geknotet sind. Ausgerüstet mit lodernden Pechfackeln
springen die Geister durch die illuminierten Straßen und Gassen. Die mittelalterlichen
Stadttore die während der Veranstaltung in bengalische Beleuchtung getaucht sind,
verleihen dem Szenarium geisterhafte Züge.
Geister aus nah und fern sind zum Geistertreiben herzlich eingeladen.
Während des Geisterzuges bietet sich nicht nur die Möglichkeit des Zuschauens, sondern
wer selbst als Geist durch die mittelalterlichen Gassen springen möchte, der hat an
diesem Tag ausreichend Gelegenheit dazu (natürlich nur im Original Kostüm mit
Bettlaken).
Benötigt wird lediglich als Kostüm ein weißes Bettlaken und eine
Pechfackel. Die Pechfackel kann vor der Veranstaltung erworben werden.

Nach dem Geisterzug garantiert der Geisterball in der Weiherhalle Frohsinn
und Vergnügen bis tief in die Nacht hinein.
DER
GEISTERZUG, DER OBERGEIST, DER TEUFEL UND DIE HEXEN

Das mit mittelalterlichen Baudenkmälern geschmückte Burgstädtchen
Blankenheim an der Quelle der Ahr kann sich rühmen, jahrhundertealtes Kamevalsbrauchtum
in guter Tradition und Lebendigkeit zu bewahren. Es ist hier herkömmliches Brauchtum zur
Fasenaach, daß alljährlich am Samstagabend mit großer Beteiligung und unter den
Klängen des rhythmisch und melodisch lockenden, eigenartigen Juh-Jah-Marsches der
Geisterzug losspringt, um als wirbelnder Tanz der Frühlingsgeister die finsteren,
griesgrämigen Winterdämonen zu vertreiben. An der Spitze des Zuges springen die beiden
Jecke-Böhnchen in ihrem immer wieder begeisternden Tanzschritt. Es folgt der für die
tollen Tage gewählte Karnevalsprinz als: Obergeist mit Flügeln, hoch zu
Roß.

Erst am nächsten Vormittag, dem Karnevalssonntag, wird er im
Karnevalsornat feierlich zum Prinzen Karneval proklamiert und erhält neben dem
Narrenzepter vom Bürgermeister den Stadtschlüssel überreicht. Genau wie die Geister im
Zuggefolge ist der Obergeist in weiße Bettlaken gehüllt, deren Zipfel im Überschlag des
Lakens auf dem Kopf mit Papier zu zwei Ohren gebunden sind. Um den Hals und den Bauch
ist das Geisterkostüm verschnürt, so daß es beim Springen nach rechts und links
während des Geistertanzes festsitzt. Die Geister tanzen mit brennenden Pechfackeln durch
die dunklen Gassen und Straßen des Burgtales. Durch bengalische Beleuchtung sind
Burgmassiv und Stadttore in farbige Brände getaucht. Das Ganze bietet ein gespenstisches
Bild. Das schrille Kreischen und Johlen der Geisterschar, die zum Klange des
Juh-Jah-Marsches reihenweise versetzt springt, fährt allen Zuschauern dieses
einmaligen Spektakels durch Mark und Bein. Um Griesgram und Muckertum, aber
auch die letzten bösen Geister und Dämonen aus den finsteren Ecken
herauszufegen und zu vertreiben, springen Hexen mit ihren Besen und ein
Teufel mit seinem Dreizack überall im Geisterzug umher. Es gilt der bösen
Geister Herr zu werden: dazu dienen die weißen Geisterkostüme und das
fürchterliche Aussehen der Hexen und des Teufels.
Geisterzug
Blankenheim - WDR Livemitschnitt
DIE
JECKE-BÖHNCHEN
Die Jecke Böhnchen sind im Blankenheimer
Karneval nicht nur eine Traditions-, sondern auch eine Leitfigur. Es ist ihre Aufgabe, als
"Vorspringer" den Karnevalszügen vorauszuspringen. Sie tun das in einem kurzen
Tanz-Wechselschritt nach dem sogenannten Jecke-Böhnchen-Marsch:
"Juh-Jah Kribbel in d`r Botz! Wer dat net hät, dä es nix
notz!"
Dabei streben sie zuerst auseinander, tanzen wieder aufeinander zu,
kreuzen beim Begegnen ihre Säbel und springen tanzend wieder voneinander fort.
Blankenheim, so berichtet die Überlieferung, hat immer zwei Jecke Böhnchen gehabt. Sie
sind nicht als Spaßmacher aufgetreten, wie z. B. das Gecken Bernchen" u.ä.
seit dem Ausgang des Mittelalters. Sie waren von jeher Zugordner. Die Blankenheimer Jecke
Böhnchen sind auch kostümgeschichtlich interessant.

Sie überliefern uns in ihrer farbenfreudigen Aufmachung einen Abglanz
der Männertracht aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, des Dreißigjährigen
Krieges und damit der Gründungszeit der Jungen-Mannschafts-Companie von 1613.
ET Schelleböumche

Et Schelleböumche ist für die Blankenheimer
Fastnacht charakteristisch. In der Woche vor Fastnachtssonntag zieh' es allabendlich durch
die Straßen und Gassen des dunklen Burgfleckens, um die Blangemer zur Fastnacht wach- und
aufzurufen. Früher benutzten die Blankenheimer einen ausgedienten Weihnachtsbaum oder
starkes Astwerk dazu, den Schellenbaum herzurichten. Dazu wurde er mit Glocken und
Schellen behangen. Heute hat sich das Schelleböumche etwas geändert und verbessert. Der
Träger begleitet durch kräftiges Rucken im Takt die von der "Kapelle"
gespielten Karnevalslieder. Vor allem ist dies der Juh-Jah-Marsch. Zur "Kapelle"
gehören mindestens ein Trommler und ein Flötist.

Sobald "Et Schelleböumche" geht und so mit klingendem Spiel
die Fastnacht ankündigt, beginnt in den Häusern und Stuben der Fastnachtsjecken ein
emsiges Vorbereiten auf die tollen Tage. Der letzte Schliff wird ans Kostüm gelegt, die
letzte jecke, tolle Idee noch verwirklicht.
DIE EIERSAMMLER
Im Jahre 1613 gründete der Landesherr, Graf
Arnold II. von Blankenheim, unter der Führung eines Hauptmannes die
Junge-Mannschafts-Companie und überreichte eine Fahne mit dem Auftrag, die städtischen
Feste höfisch zu gestalten. Diese Junge-Mannschafts-Companie ist mit dem heutigen
Junggesellenverein nur in etwa zu vergleichen. Sie hatte sich auch für das Durchführen
und Erhalten des schönen alten Fastnachtsbrauchtums einzusetzen. Zur Blankenheimer
Fastnachtsüberlieferung gehört, daß zum Zweck des Durchführens und Gestaltens der
"Mummereyen, Masqueraden und Tantzereyen und Vastavend" (Fastnacht) schon vor
den Karnevalstagen bei den Bürgern Blankenheims gesammelt wurde.
Mit dem nachfolgenden Heische- oder Sammlerlied zogen und ziehen sie
damals wie heute am Aschermittwoch durch das Burgstädtchen von Haus zu Haus und singen:
Die Fastnacht ist verschwunden, was uns so sehr betrübt. Sie hat uns
überwunden, drum bleiben wir zurück.
Drum bitten wir um eine Steuer,
nur kein Wasser und kein Feuer,
E johlt Stöck Speck - e Ei
och vier, e kle, kle Bier.
Danach gehen die Eiersammler weiter und singen:
Dem Spender dieser Gabe hier sei unser Dank gebracht. Er lebe
glücklich für und für, bis an des Grabes Nacht.
DIE KAISERGARDE IN BLANKENHEIM
Seit mehr als drei Jahrzehnten schaltet sich die
Freiwillige Feuerwehr immer mehr in das traditionsreiche Karnevalsgeschehen von
Blankenheim ein. Beim Geislerzug sorgt sie für die bengalische Beleuchtung der Burg, der
Tore und des Nepomuks an der Ahrquelle. Zu den Karnevalsumzügen hilf die Freiwillige
Feuerwehr der Polizei beim Umlenken des Verkehrs. Sie versorgt die Zuschauer aus ihrer
Gulaschkanone mit kräftigen und schmackhaften Suppen.
Nach Vorbild eines kaiserlichen Garderegimentes gründete man im Jahre
1962 in Blankenheim eine Kaisergarde. Die Gardeuniform wurde nach alten Bildern
geschneidert.

So ist die Freiwillige Feuerwehr als Kaisergarde zur Verschönerung des
Karnevals und zur Freude aller Jecken seit 1962 alljährlich im Einsatz.
Vor Jahren gründete sich innerhalb der Kaisergarde ein Fanfarenzug.
Dieser erweiterte sich inzwischen zu einem Musikzug der Kaisergarde.
DAS
KARNEVALSMUSEUM IM GEORGSTOR
Im weitem Umkreis einmalig, so wie die Blankenheimer Fastnacht überhaupt, stellt sich
das Karnevalsmuseum im Georgstor dar. So vergehen zwar die schönen Stunden der Fastnacht
alljährlich zu Aschermittwoch, aber die Dokumente des Fastnachtstreibens bleiben. Sie
erfreuen Gäste und Bürger Blankenheims und rufen bei den Jungen und den Alten die
Erinnerungen wach. Die Dokumente erstaunen in ihrer Vielfalt und durch ihren Charakter die
in- und ausländischen Besucher das ganze Jahr, denn so ohne weiteres vermutet kein
Fremder in Blankenheim eine so mannigfaltige, eigenständige, kräftige, man kann sogar
sagen einmalige Fastnachtskultur. |






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| weitere Informationen in der Chronik des Blankenheimer
Karnevals |
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Infos und Anfragen:
karneval@blangem.de

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